Es ist nicht leicht, sich den eigenen oder gesellschaftlichen Ängsten zu stellen. Gegen sie zu kämpfen, ist noch schwieriger. Manche tun es trotzdem.

Porträts von Leonie Heim und Fabian Schäfer

 

1. Der Boxer: Sia Bibak kämpft gegen seine Angst vor der Abschiebung.

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Sia Bibak beim Boxtraining

Sia Bibak kam vor sechs Jahren in einem Lkw versteckt nach Deutschland. Seitdem hat er ständig Angst vor einer Abschiebung nach Afghanistan. Doch Sia Biabak hat ein Ventil für seine Furcht gefunden: 2011 begann er mit dem Boxen, schon ein Jahr später war er Schwäbischer Meister. Im Oktober tritt er bei den Bayerischen Meisterschaften an. „Wenn ich keinen Sport mache, geht es mir scheiße“, sagt er im Porträt.

 

2. Die Zeichnerin: Barbara Yelin kämpft mit Kunst gegen Angst  vor Flüchtlingen.

Comics gegen Bürgerängste: Genau das hat sich „Bildkorrektur“ zum Ziel gesetzt. Die 15 Künstlerinnen und Künstler entkräften Vorurteile durch Fakten, unterstützt durch Zeichnungen, Illustrationen und Comics. Eine von ihnen ist die Münchnerin Barbara Yelin: „Ich glaube, dass Ängste größer werden, wenn man sich nicht damit beschäftigt.“

 

3. Der Engagierte: Ibrahim Arslan hat einen rassistischen Anschlag überlebt. Jetzt kämpft er gegen die Angst vor „dem Fremden“ in der Gesellschaft.

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Der Aktivist Ibrahim Arslan

Die Nacht auf den 23. November 1992 veränderte Ibrahim Arslans Leben. Damals zündeten Neonazis sein Haus an, er überlebte den Anschlag schwer verletzt. Seitdem kämpft er gegen einen politischen Rechtsruck in Deutschland. Mit seiner Geschichte geht Arlsan in die Öffentlichkeit, hält Reden und veranstaltet Seminare gegen Rassismus. „Ich fürchte mich davor, dass die Nazis jetzt Krawatten tragen“, sagt er im Interview.

 

4. und 5. Die Rapper: Waseem und Machmoud kämpfen mit ihren Songtexten gegen die Angst vor Muslimen.

Machmoud und Waseem greifen die Angst vor „den anderen“ auf und machen daraus Musik. Denn für sie sind Hasskommentare im Netz mehr als Abfall für Online-Redakteure. Für ihren neuen Song „Die Schrittgrabscher“ sammelten sie fremdenfeindliche Kommentare und verarbeiteten sie zu einem Rap.

 

Die Hetzgemeinde

Facebook, Twitter und YouTube quellen über vor Beleidigungen und Gewaltphantasien. Wer sich ihnen entgegenstellt, wird mit dem Tod bedroht. Sozialpsychologe Andreas Zick erklärt, wie der Hass im Netz in reale Gewalt umschlägt.